Die 10 größten Gesundheits-Ausreden …

… und wie man sie überwindet

Wenn es um die Gesundheit geht, müssen die meisten von uns zugeben: Man könnte mehr tun. Doch häufig hindern uns 1.000 Gründe daran, gesünder zu essen oder sich mehr zu bewegen. Dass es sich dabei um Ausreden handelt, ist uns nur allzu bewusst. Doch wie soll man die selbst gelegten Stolpersteine nur überwinden? Wir verraten es Ihnen:

1. Ich kann meinen Süßhunger nicht bändigen.

Lösung: Wenn Sie sich Schokolade und Kekse komplett verbieten, wird der Drang danach nur noch größer werden. Daher: Befriedigen Sie ihn. Meiden Sie dabei jedoch Lebensmittel mit „supersüßem“ Maissirup (Glucose-Fructose-Sirup). Dieses Zuckerkonzentrat verarbeitet unser Körper anders als andere Zuckerarten. Laut Studien führt seine Wirkung auf den Insulin-Spiegel dazu, dass man schneller wieder Hunger bekommt.

Tipp: Mixen Sie Schokoflocken mit Nüssen und Trockenfrüchten. Das stillt den Süßhunger, sättigt aber gleichzeitig durch Eiweiß und Ballaststoffe.

2. Gemüse schmeckt langweilig.

Lösung: Sie müssen nicht haufenweise Rohkoststangen knabbern, um Ihren Gemüseverzehr zu verbessern. Richtig zubereitet oder mit anderen Lebensmitteln kombiniert, können Brokkoli und Co. richtig lecker schmecken – sowohl kleinen als auch großen „Gemüsemuffeln“.

Tipp: Warum nicht mal zu Nudeln eine Gemüsesoße aus Tomaten, Möhren, Zucchini oder Champignons zubereiten? Oder: Peppen Sie Ihre Pizza mit extra Paprika, Tomaten, Auberginen oder Mais auf. Stärkereiche Gemüsearten, wie z. B. Möhren, Pastinaken, Sellerie und Kürbis, schmecken auch gut als cremige Suppen.

3. Ich habe keine Zeit für Sport.

Lösung: Beginnen Sie mit „Mini-Workouts“, auf die Sie aufbauen. So zeigt eine Studie des amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstituts, dass ein zehnminütiges Training viermal am Tag den gleichen positiven Effekt erzielt wie ein einmaliges Training für 40 Minuten.

Tipp: Wann immer man Zeit hat, einen schnellen Gang einlegen (z. B. auf dem Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt). Oder: Machen Sie ein paar Gymnastikübungen, während Sie sich die Abendnachrichten im Fernsehen anschauen.

4. Irgend etwas kommt immer dazwischen.

Lösung: Für den Fall, dass Sie tatsächlich nicht zum Sport kommen, sollten Sie einen Notfall-Plan mit Alternativen parat haben. Sportpsychologen zufolge erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, seinen Trainingsplan einzuhalten, um 20 Prozent.

Tipp: Besorgen Sie sich ein paar Fitness-DVDs, wenn Sie es abends nicht mehr aus dem Haus schaffen. Oder reservieren Sie sich für das Training einen zweiten Alternativ-Tag, z. B. Sonnabend statt Mittwoch.

5. Ich habe nicht das nötige Durchhaltevermögen.

Lösung: Zugegeben: Veränderungen sind oft mühsam. Doch verabschieden Sie sich von der Vorstellung, perfekt sein zu müssen. Zahlreiche Untersuchungen belegen: Menschen, die bei einer Diät Perfektion von sich selbst verlangen, scheitern oft vorzeitig.

Tipp: Falls Sie der Torte nicht widerstehen konnten: Genießen Sie sie, und nehmen Sie sich vor, das nächste Mal standhafter zu sein. Akzeptieren Sie, dass Misserfolge dazugehören, Sie aber von Ihrem eigentlichen Ziel nicht abhalten können.

6. Ich nehme ja doch immer wieder zu.

Lösung: Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen, indem Sie sich täglich wiegen. In einer US-Studie am Miriam Hospital in Providence hatten Freiwillige 20 Prozent ihres Körpergewichts abgespeckt. Wie sich herausstellte, waren diejenigen, die jeden Tag auf die Waage stiegen, auf Dauer deutlich erfolgreicher als die Probanden, die hierauf verzichteten.

Tipp: Wiegen Sie sich immer zur gleichen Tageszeit unter gleichen Bedingungen (z. B. unbekleidet morgens direkt nach dem Aufstehen). So haben Sie eine bessere Kontrollmöglichkeit.

7. Ich bin durch Stress zu sehr erschöpft.

Lösung: Bauen Sie kleine Entspannungsinseln in Ihren Alltag ein. Stress ist nicht nur psychisch, sondern auch körperlich anstrengend. Macht man jedoch regelmäßig eine kurze Entspannungsübung, verschafft einem das viel mehr Energie.

Tipp: Verknüpfen Sie kurze Arbeitspausen mit entspannenden Ritualen, z. B. indem Sie jedesmal, wenn Sie etwas trinken möchten, ein paar tiefe Atemzüge nehmen.

8. Im Winter ist es mir draußen zu kalt für Sport.

Lösung: „Mit der richtigen Vorbereitung ist Sport auch bei niedrigen Temperaturen gesund“, sagt Sportwissenschaftler Dr. Norbert Stein an der Sporthochschule Köln. So zeigen Untersuchungen, dass regelmäßige körperliche Bewegung in den Wintermonaten nicht nur Herz, Kreislauf und Muskulatur stärkt, sondern auch das Immunsystem optimal trainiert. Weiterer Vorteil: Sport in den dunklen Wintermonaten tut der Seele gut, da es die Produktion von Glückhormonen anregt. Depressive Verstimmungen und Heißhungeranfälle auf Süßes haben so kaum Chancen.

Tipp: Wärmen Sie sich bei niedrigen Temperaturen gut auf, indem Sie zehn Minuten locker laufen. Achten Sie auf atmungsaktive Kleidung (z. B. Shirts und Jacken aus Fleece oder Funktionsfasern), die den Schweiß gut transportieren und trotzdem warm halten. Außerdem sinnvoll: Sporthosen mit warmem angerautem Innenfutter sowie Stirnband oder Mütze.

9. Ich vergesse ärztliche Vorsorgetermine immer.

Lösung: Das ist eine Ausrede, die vor allem das vermeintlich starke Geschlecht immer wieder gerne gebraucht. Tatsächlich nimmt nur rund jeder vierte Mann an Krebs-Vorsorgeuntersuchungen teil. Dies hat eine aktuelle Auswertung der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) ergeben.

Tipp: Tragen Sie sich anstehende Vorsorgetermine in einen Kalender oder ins Handy oder den PDA ein. Auch viele Ärzte bieten eine Erinnerung per E-Mail oder Post an. Einen Vorsorge-Checker kann man bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herunterladen: www.kbv.de/themen/26342.html

10. In meinem Alter lohnt sich der Aufwand nicht mehr.

Lösung: Von wegen. Dass es sich auch in der Lebensmitte noch lohnt, die Sportschuhe zu schnüren, zeigt eine schwedische Untersuchung an der Universität Uppsala. Alle männlichen Teilnehmer waren zu Beginn der Studie etwa 50 Jahre alt. Diejenigen mit hohem Aktivitätslevel (mindestens drei Stunden Sport oder schwere Gartenarbeit wöchentlich) hatten im Durchschnitt eine um 2,3 Jahre längere Lebenserwartung als diejenigen, die den Großteil ihrer Zeit mit lesen, fernsehen, Kinobesuchen oder anderen sitzenden Tätigkeiten verbrachten. Überraschend: Die Herren, die sich erst im reiferen Alter zu intensiver Bewegung aufraffen konnten, hatten eine ähnlich lange Lebenserwartung wie diejenigen, die schon früher körperlich aktiv gewesen waren.

Tipp: Lassen Sie sich vorher gründlich vom Arzt untersuchen. Achten Sie als Neu- oder Wiedereinsteiger darauf, langsam mit dem Training zu beginnen und die Belastung allmählich zu steigern. Weitere hilfreiche Tipps gibt es unter www.richtigfitab50.de.