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Lästig und unangenehm: Was gegen Warzen hilft

Sauna, Solebad und Fitnessstudio stehen jetzt bei vielen Menschen ganz oben auf der Wellnessliste. Doch am Beckenrand und Hallenböden lauern Warzenviren, die je nach Virustyp Haut oder Schleimhaut befallen.

Übertragung durch Hautkontakt

Humane Papilloviren nutzen kleine Risse in der Haut, um sich in den oberen Hautschichten einzunisten. Auch direkter Hautkontakt (Händedruck) kann die Viren übertragen. Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Warzen. „Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift, deshalb haben bei ihnen die Viren relativ leichtes Spiel“, erklärt Prof. Randolf Brehler, Oberarzt der Hautklinik am Universitätsklinikum Münster. Tritt eine massive Warzenbesiedlung bei Erwachsenen auf, kann dies Anzeichen einer Immunschwäche sein. Menschen mit sehr trockener oder schlecht durchbluteter Haut sind ebenfalls anfällig für Warzen.

Bei einer Warze bleibt es selten

Zu den häufigsten Warzentypen zählt die vulgäre Warze (Stachelwarze). Das Gemeine: Erst bildet sich ein einzelnes Knötchen meist an Händen oder Füßen aus, um das sich nach einigen Wochen Tochterwarzen gruppieren. Dornwarzen wachsen durch den Druck des Körpergewichtes nach innen. Sie kommen bevorzugt an den Füßen vor und können schmerzhaft sein, wenn sie tief einwachsen. Jugendliche in der Pubertät haben oft Last mit juvenilen Warzen: weiche, flache, runde Knötchen, die meist im Gesicht auftreten. Feigwarzen befallen die Schleimhäute der Geschlechtsorgane. Bestimmte Warzentypen können dabei auch bösartiges Krebswachstum fördern.

Konservative oder operative Behandlung

Bis zu 60 Prozent der vulgären Warzen bilden sich ohne Behandlung innerhalb von zwei Jahren zurück. Schneller geht es durch Pflaster mit Salizylsäure oder säurehaltigen Lösungen (Apotheke). Prof. Brehler: „Dafür braucht es allerdings Disziplin beim Auftragen und oft mehrere Monate Geduld.“ Noch schneller ist die chirurgische Abtragung mit einem speziellen Löffel, mit Laser oder elektrischem Strom. Nachteil: Die Eingriffe können schmerzhaft sein und Narben zurücklassen. Bei der Vereisung sind meist mehrere Sitzungen bis zum vollständigen Verschwinden notwendig. Inzwischen bieten Apotheken ein Vereisungsset zur Selbstbehandlung an. Doch Vorsicht: Das Flüssiggas-Gemisch mit Temperaturen bis über -50 Grad kann bei nicht sachgerechter Anwendung Narben hinterlassen. „Insbesondere bei jüngeren Kindern sollte man deshalb tunlichst die Finger von so etwas lassen“, rät Brehler. Eine Bestrahlung mit wassergefiltertem Infrarot kann bei größeren betroffenen Hautarealen effektiv sein.

Niemals aufkratzen

Bei vulgären Warzen hilft der Saft von Schöllkraut (Apotheke, täglich mehrmals auftupfen), auch homöopathische Mittel können versucht werden. Manche Menschen schwören auf „Besprechen“. „Die Kraft der Suggestion hat eine heilsame Wirkung, die bei empfänglichen Menschen anschlägt“, bestätigt Brehler. Ein Aufkratzen der Warze vermeidet man besser. „Dadurch wird das Virus auf gesunde Hautpartien übertragen und kann sich ausbreiten.“ Warzen können mit anderen Hauttumoren verwechselt werden, im Zweifelsfall den Hautarzt zu Rate ziehen.

So beugen Sie vor: feucht-warmes Hautklima vermeiden. In öffentlichen Einrichtungen Badelatschen oder Flipflops tragen. Handtücher/Waschlappen nicht mit anderen teilen. Kondome beugen der Verbreitung von Feigwarzen entgegen. Fettcremes helfen gegen rissige Hände und Füße. Wechselbäder mit kaltem und warmem Wasser stärken die Abwehrkraft der Haut. Rauchen verschlechtert die Durchblutung, viel Bewegung fördert sie dagegen.